Eine Kaltwetterlage hat Kuba Anfang Februar 2026 einen meteorologischen Meilenstein beschert: Zum ersten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen wurde auf kubanischem Staatsgebiet offiziell der Gefrierpunkt erreicht. Das Ereignis sorgt nicht nur wegen der Zahl „0“ für Aufmerksamkeit, sondern auch wegen der ungewöhnlichen Begleiterscheinungen – bis hin zu gemeldetem Frost auf Feldern.
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Wo wurde der Rekord gemessen?
Der nationale Tiefstwert wurde an der Wetterstation Indio Hatuey im Municipio Perico (Provinz Matanzas) registriert. Nach Angaben des kubanischen Meteorologischen Instituts (INSMET) fiel die Temperatur am 3. Februar 2026 um 07:00 Uhr Ortszeit auf 0,0 °C. Bereits um 04:00 Uhr lag der Messwert bei 0,1 °C, bevor die Luft weiter abkühlte.
Warum ist 0 Grad in Kuba so außergewöhnlich?
Kuba liegt in den Tropen und ist für ganzjährig milde bis warme Temperaturen bekannt. Genau deshalb gilt der dokumentierte Gefrierpunkt als historisch: Er setzt einen neuen nationalen Kälterekord und übertrifft die bisher tiefste, offiziell gemessene Temperatur von 0,6 °C aus dem Jahr 1996 (Station Bainoa, Provinz Mayabeque).
Was hat die Kälte ausgelöst?
Auslöser war ein ausgeprägter Kaltlufteinbruch, bei dem kalte Luftmassen weit nach Süden bis in die Karibik gelangten. Das INSMET beschreibt die Lage als Zusammenspiel aus kräftigem Hochdruckeinfluss und einem dominierenden Kaltluftkörper, der das Wetter landesweit bestimmte. In der Folge wurden in 32 Wetterstationen Werte von ≤ 10 °C gemessen – für Kuba ein ungewöhnlich breites Kältefeld.
Frost auf den Feldern: Welche Folgen wurden bereits beobachtet?
Besonders bemerkenswert ist der Hinweis auf „escarcha“ (Reif/Frost), der laut INSMET an Blättern verschiedener Kulturen im Umfeld der Station Indio Hatuey sichtbar gewesen sein soll. Für Landwirtschaft und Gärten ist das relevant, weil viele tropische Pflanzen kälteempfindlich reagieren und schon wenige Grad über dem Gefrierpunkt Schäden begünstigen können.
Messwerte im Überblick
| Ort / Station (Auswahl) | Gemeldeter Wert | Einordnung laut Quellen |
|---|---|---|
| Indio Hatuey (Perico, Matanzas) | 0,0 °C | Neuer nationaler Rekord, erstmals Gefrierpunkt |
| Bainoa (Mayabeque) | 0,6 °C | Bisheriger nationaler Rekord (18. Feb. 1996) |
| Tapaste | 2,8 °C | Auffälliger Tiefstwert in derselben Kaltphase |
| Aguada de Pasajeros | 3,0 °C | Sehr niedriger Wert; in Berichten als Rekord/Extrem genannt |
| Güines | 3,2 °C | Auffälliger Tiefstwert |
| Flughafen José Martí (Havanna) | 4,4 °C | Ungewöhnlich kühl für die Hauptstadtregion |
Wie geht es wettertechnisch weiter?
Für den 3. Februar wurde in Kuba weiterhin von „ausgeprägt winterlichen“ Bedingungen gesprochen: Tageshöchstwerte sollten vielerorts zwischen 20 und 23 °C liegen, lokal im Südosten auch bis 25 °C. Das zeigt, wie stark die Spannweite zwischen kühler Nacht und moderatem Tag selbst während eines Kälteeinbruchs in den Tropen bleiben kann.
Was bedeutet das für Reisende und Menschen vor Ort?
Für Reisende ist die Nachricht vor allem eine Erinnerung daran, dass selbst typische „Sonnenziele“ kurzzeitig stark abkühlen können – besonders nachts und im Inselinneren. Für Menschen vor Ort ist Kälte zudem praktischer Alltag: Viele Wohnungen sind auf Wärmeabgabe und Luftzirkulation ausgelegt, nicht auf Kälteschutz, und Heizlösungen sind entsprechend selten.
Praktische Hinweise bei ungewöhnlicher Kälte
- Nachts und früh morgens mit deutlich niedrigeren Temperaturen rechnen als am Tag; leichte „Zwiebelschichten“ helfen.
- Empfindliche Pflanzen schützen, da Reif/Frost lokal möglich sein kann.
- Wetterwarnungen und lokale Updates ernst nehmen, weil solche Lagen auf Kuba selten sind und schnell kippen können.
